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< Wieder eine 1,0! Der Medizinische Dienst vergibt die Bestnote
01.07.16 10:20 Alter: 3 Jahre
Kategorie: Allgemein

Krankenpflegeverein verschmilzt mit Sozialstation Esslingen e.V.


Der Krankenpflegeverein Hegensberg-Liebersbronn e.V. begibt sich unter das Dach der Sozialstation Esslingen e.V. Mit der Verschmelzung beider Vereine geht eine 107 Jahre lange Geschichte zu Ende. Hintergrund des Zusammenschlusses ist die Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995. Damit verbunden waren hohe professionelle Ansprüche an die Anbieter von ambulanten Pflegeleistungen. Sieben der acht Esslinger Krankenpflegevereine übertrugen diese Aufgaben der heutigen Sozialstation. Damit veränderten die Vereine ihren Charakter und boten fortan u. a. ehrenamtliche Besuchsdienste an und unterstützten finanziell die Arbeit der Sozialstation Esslingen. 

Manfred Munk, der letzte Vorsitzende des Krankenpflegevereins Hegensberg-Liebersbronn, erinnert sich an die früheren Zeiten: „Wir hatten zwei Krankenschwestern angestellt, die auf dem Berg die älteren Menschen wenn nötig pflegerisch versorgt haben. Das war nicht mehr vereinbar mit den Anforderungen der Pflegeversicherung.“ Munk hatte in den vergangenen Jahren keinen Nachfolger für den Vorsitz gefunden. Die Mitgliederzahlen sanken. Jetzt zählt der Krankenpflegeverein immerhin noch knapp 300 Mitglieder. Die Aufgaben, die unter dem Dach des Krankenpflegevereins ehrenamtlich bewältigt wurden, gehen nunmehr größtenteils an die Evangelische Kirchengemeinde Hegensberg-Liebersbronn über. Die diakonische Besuchsdienstgruppe, die Seniorinnen und Senioren im Stadtteil regelmäßig besucht, bleibt bestehen. Auch der gut besuchte monatliche Mittagstisch im Gemeindehaus wird weiterhin angeboten. Den „Urlaub ohne Koffer“, den mehrere Krankenpflegevereine für ältere Mitbürger organisieren, wird es ebenfalls weiterhin geben. Die jährlichen Vorträge wird die Sozialstation Esslingen übernehmen. Das Vereinsvermögen in Höhe von 60.000 Euro teilen sich die Evangelische Kirche Hegensberg-Liebersbronn und die Sozialstation Esslingen. 

Die Mitglieder des Krankenpflegevereins werden jetzt, wenn sie nicht widersprechen, Mitglieder der Sozialstation. Deren Vorsitzender Jürgen Hach hofft auf viele Unterstützer: „Wir freuen uns über jeden Beitrag und jede Spende. Denn wir brauchen das Geld dringend.“ Finanziert wird aus Beiträgen und Spenden etwa das rege nachgefragte „Kompetenzzentrum für Beratung, Pflege und Soziales“, das Fragen zur Altersvorsorge und aktuellem Pflegebedarf beantwortet. Hierfür gibt es keine Zuschüsse oder andere Finanzquellen. Mit 1.200 Kunden und etwa 80.000 Hausbesuchen jährlich ist die Sozialstation, bei der etwa 250 Personen beschäftigt sind, der größte Anbieter in Esslingen. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung überprüft regelmäßig die Qualität der ambulanten Pflege und hat die Sozialstation unlängst mit der Bestnote 1,0 ausgezeichnet. Neben der ambulanten Pflege rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche bietet die Sozialstation auch Essen auf Rädern mit dem Menüdienst Esslingen, Hauswirtschaftliche Versorgung sowie Familien-Haushaltshilfe, Fahrdienste, Hausnotruf sowie Hilfen für pflegende Angehörige und umfassende Beratung an.